Tja, wie nieder kann man sinken? Eine Antwort gibt uns der auf mich leicht dummbatzig wirkende österreichische Politiker, der auf den Fake einer Künstlergruppe reingefallen ist: Die Gruppe "Haben wir den keine anderen Sorgen" hat dem Mann einen angeblichen Brief des Integrationsbeauftragten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich an den Alpenverein zugespielt, in dem gefordert wurde, dass die Gipfelkreuze als "Herrschaftszeichen des Christentums" durch Halbmonde ersetzt werden müssten. Statt den wohl eher schlecht gemachten Brief zu überprüfen, hat sich der Bewahrer des echten Österreichs im Fernsehen allen Ernstes über dies Unzumutbarkeit echauffiert.
Die ganze Geschichte gibt es beim
Datum, darauf gestoßen bin ich via
kommunikationsguerilla, da gibt es noch mehr Links, denn es kommt noch besser: Statt in den Keller zu gehen und seine eigene Dummheit zu beweinen, behauptet der Verarschte weiterhin, das Schreiben sei echt. Was der angebliche Verfasser nun wieder nicht lustig findet, zumal auch der angebliche Empfänger nichts von dem Schreiben weiß und die Künstlergruppe sich zum Fake bekannt hat. Sollte man mal im Blick behalten ...
Wie schließt die Künstlergruppe so schön: "Im übrigen wünscht die Künstlergruppe Herrn Westenthaler, dass er beim Joggen im Winter aufs Knie fällt." Dem ist nur hinzuzufügen, dass ja eigentlich nichts gegen das Abreißen von Kreuzen als christlichen Symbolen spricht, allerdings ausschließlich, wenn sie nicht durch anderen religiösen Zinnober ersetzt werden.
Bei
Blogscout (hiermit ausdrücklich empfohlen) dümpelt das gegenglueck normalerweise so bei Platz 800 bis 1000 herum, in der Liga machen 3-5 Besuche am Tag schon eine Menge aus. Deshalb war ich eben sehr verwundert, als ich feststellen musste, dass das gegenglueck in den letzten vier Tagen folgende Platzierungen hatte: 991 - 554 - 398 - 225. Leider hat das aber nur begrenzt mit dem Blog bzw. den Inhalten zu tun. Wegen meiner Eintrages
Reclaim the Schanzenfest in der Kategorie
geplant war ich auf einmal bei Google mit folgenden Suchanfragen bei Google ganz vorne:
schanzenfest
schanzenfest 2006
schanzenfest 2006 hamburg
schanzenfest hamburg 2006
Ich schätze also mal, Morgen ist es vorbei mit dem "Ruhm". Egal. Mit dem Suchwort "Hundewetten" war schon lange keiner mehr hier.
Ach ja: wer auch immer von blöd.t-online den Kommentar-Feed von oben genannten Beitrag zum Schanzenfest abonniert hat: Hau ab! Du gehörst nicht zur Zielgruppe sondern auf die andere Seite der Barrikade.
Es war wie immer: Flohmarkt, Infostände, Soundsysteme, Livemusik ... ich war erst gegen frühen Abend da. Es war nett und die Leute gut drauf. Erklärung des autonomen Stadtteils Schanze ("Nie wieder Hamburg!") und Kapellen spielen vor der Flora auf. Ein paar Bekannte getroffen, Bier getrunken und eine gute Zeit gehabt. Ich bin gerade weg, als St. Pauli unüberhörbar gegen Bayern in Führung ging, nichtzuletzt, weil ich das hier in meiner Ankündigung stehen hatte:
Man sollte nur zusehen, dass man wegkommt, bevor so gegen 21.00 Uhr der Traditionsaufzug von Team Green beginnt, weil ein Suffpunk oder ein Zivibulle ein Streichholz anzündet.
Und genauso war es dann auch:
Rituale? Keine Ahnung, wozu das gut ist. Es waren diesmal aber wohl noch mehr Leute, die so wie ich rechtzeitig abgehauen sind.
Nebenbei: Gestern beim Einkaufen bin ich noch vorher noch in ein anderes Stadteilfest geraten - 750 Jahre Bahrenfeld. Mit Freiwilliger Feuerwehr, Gulaschkanone, Rotes Kreuz, Kirchengemeinde usw. Toller Kindergeburtstag. In Anlehnung an die Verlautbarungen aus der intergalaktischen Gegenwirklichkeit auf dem gestrigen Schanzenfest möchte man ausrufen: "750 Jahre Bahrenfeld sind genug!"
Update 12.09.06 - 00.02: Bei
kristi (auch unbekannt - winkewinke!) und
riot propaganda (s. Pingbacks in den Kommentaren) gibt's nicht nur Berichte sondern auch die Links zum Pressemüll über das Schanzenfest.
Nachdem sich in meiner letzten Plattenbestellung der über 15 Jahre alte Erstling von
Kolossale Jugend als absolutes Highlight herausgestellt hat, obwohl die immerhin gegen die neue CD von Nomeansno anstinken mussten (die ist OK, aber sicher keine Offenbarung), habe ich gerade bei
Lado das hier gefunden:
HUAH! kommen wieder auf die Bühne.
Hier die ersten Daten:
Do. 02.11.2006 Hamburg, Grüner Jäger
Fr. 03.11.2006 Hamburg, Grüner Jäger
(Mit den Originalmitgliedern Knarf Rellöm, Bernadette La Hengst und Nixe)
Man will es kaum glauben. Und voll wird das wohl werden.
Nach einer halben Ewigkeit in Hamburg (incl. Flucht nach Berlin und reuemütiger Rückkehr) dachte ich, es sei Zeit endlich mal den Film
"Rocker" von Klaus Lemke zu sehen. Schließlich wird der in schöner Regelmässigkeit in den besseren Kinos der Stadt gezeigt. Für die gestrige
Aufführung im Millerntorstadion war zwar die halbe Schanze zuplakatiert, aber darauf war ich dann doch nicht vorbereitet: Lange Schlangen am Eingang. Massenauffläufe am Biertresen. Tumulte in den Klos. Über 1200 ZuschauerInnen. Beste Stimmung. Warum ist Kino eigentlich nicht immer so?
Ach ja, der Film: Rocker ist über Rocker, die sich selbst spielen (und gestern auch da waren!). Und über die Gebrüder Modschiedler, der eine bald tot, der andere hat seine Lehrstelle im Supermarkt satt. Drogen, Motorräder, Schlägereien. Die Handlung ist nicht einfach nachzuerzählen, weil sie sich stellenweise als nicht besonders stringent erweist. Hamburger Kiez 1971. Das Frauenbild der Protagonisten ist heutzutage glücklicherweise nicht mehr konsensfähig. MUSS man einfach gesehen haben. Entschuldigung, dass das bei mir solange gedauert hat.
Du fährst nach Hamburg, ich schwörs dir! - Mehr Lemke-Kult:
www.machdichgerade.de