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Und es weht kein Wind von 1887 neu ...

Das Hamburger Fachblatt für Punkrock sagt an, wo Dickbauchpunk in 2018 so hin soll. Aber wie wir alle wissen: Punk ist längst vorbei. Angeschissen. Also pflücken wir uns ein paar Blumen vom Arsch der Hölle, laden die Oma Hans auf den Gepäckträger und schmaddern 'n büsch'n mit Dackelblut.

### Ratttengold ###

28.04.2018 GER-Hamburg, Fabrik

Und natürlich gibt es Schnitttchen!

Kassler Schnitttchen
Trotz der zeitlichen Überschneidung mit der Dokumenta: Diese herzallerliebste Schnitttchen-Miniatur aus Kassel hat nix zu tun mit Kunst oder so!

Wer sich irgendwie angesprochen fühlt, meldet sich und bekommt dann vielleicht eine Einladung.

Ach du meine Güte ...

... da man wegen trinkfester Familienväter im Størtekeller zwei Bands verpasst, muss man sich ja selbst zu schreiben. Aber die dritte "Band" namens Blutstaat mit ihren schlechten Coverversionen von (hauptsächlich Deutsch-)Punkstücken, die zum Größtenteil älter waren als die Jungs auf der Bühne, war derartig schützenfestig, das sie sich kurz vor knapp gerade noch für das beschissenste Livekonzert des Jahres qualifiziert haben. Mein Fresse, da kommen ja die meisten Bluescoverbands aus älteren Oberstudienräten interessanter und glaubwürdiger daher.

The Ex mit der Ex ...

Nachdem wegen irgendwelcher Saxophongerüchte des Auszubildenen The Ex im Hafenklang vom Terminkalender fiel, bot sich die Gelegenheit eine Reise in die graue Stadt im Norden zu machen, wo die Ex im Speicher nicht nur eben diese Band sondern auch noch Guts Pie Earshot am Start hatte.

Guts Pie Earshot
Guts Pie Earshot


Drumgebretter auf dem Cellobrett. Oder so. Das mal zerrende, mal hallende Cello zieht einen ziemlich schnell in einen musikalischen Tunnel, durch den man dann vom Schlagzeug geprügelt wird. Das löst selbst bei steifen Stinkstiefeln wie mir Hüpfreflexe aus. Keine Pausen, kein Gequatsche, einfach immer weiter. Super. (Auf der Homepage der Band gibt es übrigens reichlich zum Anhören.)

The Ex
The Ex


Mit drei Gitarren, davon eine tiefergelegt, Schlagzeug und Gesang kommen The Ex da schon fast konservativ daher. Aber auch nach über 30 Jahren sind das sympathische Menschen, die offensichtlich Bock auf das haben, was sie da machen. Man kann das vermutlich als angeschrägten, aber tanzbaren Noiserock eintüten. Jedenfalls war es völlig saxophonfrei und großartig.

Wenn man denn schon meckern will und wann will das gegenglueck das nicht: Andersrum hätte ich das Programm noch besser gefunden und es waren viel zu wenig Leute da.

Cookie Tuesday und Workers in Songs

Um der Kälte was entgegenzusetzen und meine Verspätung möglichst gering zu halten, bin ich beim Runterschmettern des Elbhanges natürlich erstmal am Hafenbahnhof vorbeigeschossen und fast bis Övelgönne gefahren ... also doch zu spät. War aber immer noch Zeit für ein Bier und 4-Thread-Parallel-Talk mit Frau Adrett.

Cookie Tuesday im Hafenbahnhof
Cookie Tuesday


Den Auftakt machten Cookie Tuesday mit ihrem Amifolkbluegrasstrala. Das war ganz nett, aber leider war mir eine der beiden Musikerinnen spontan unsympathisch, was in einem solchen Setup dann doch ein wenig den Spass verdirbt. Sogar der Verdacht "Musiklehrerin" wurde laut, aber ich war das nicht.

Workers in Songs im Hafenbahnhof
Workers in songs


Workers in Songs sind gefühlt ein Dutzend Dänen mit mannigfaltigen Instrumenten. Trotzdem war der Sound hervorragend, nichtzuletzt weil sich die einzelnen Musiker immer wieder zurückhielten. Mit Ausnahme des Frontmannes, dessen Job das Zurücknehmen nicht ist und den man sich nahezu unverändert auch in 40 Jahren - ein wenig faltiger und grauer vielleicht - vorstellen kann. Auch in der Muppetshow würde er sicher glänzen. Sehr unterhaltsam das Ganze. Hätte wegen mir ruhig ein bisschen dreckiger gekonnt, aber der Countryfolk der Band hatte eine Tendenz zu immer noch traurigeren, ruhigeren Stücken.

Dann gab es mehr Bier und Gespräche und irgendwann war's später.

Mutter

Mutter in der Prinzenbar 24.10.2014
Mutter


Was soll man schon sagen? Mutter ist Mutter ist Mutter. Anders als all die anderen. Gut. Besser. Wer da war, weiß warum, wer nicht da war, ist selber schuld.

(Für das Ärgernis des Abends konnte die Band nix: Als einziges "Bier" wurde Becks, dieses unsägliche brasilianische Bier aus Bremen für € 3,40 angeboten. Dann lieber nüchtern.)