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Zu alt oder nicht dumm genug?

Ich habe den Versuch gemacht, Banana Yoshimoto zu lesen. Der Roman Amrita geriet mir in der englischen Übersetzung in die Finger und weil ich schon viel und überwiegend Gutes über die japanische Autorin gehört hatte, war ich recht neugierig. Nach einem Drittel des Buches habe ich aufgegeben. Um die Autorin selbst zu zitieren (im Nachwort): "The Theme of this book is simple." Ich möchte hinzufügen: nicht nur das Thema, das ganze Buch ist simpel. Um nicht zusagen einfältig. Entweder bin ich zu alt, um mit dem banalen Alltag der Protagonistin und ihren Philosophien etwas anfangen zu können, oder aber dieses Buch ist einfach erschreckend banal und so belanglos, dass es nur dem eher naiven Gemüt gelingt, hierin etwas zu entdecken, dass den Zeitaufwand des Lesens rechtfertigt. Selbst, wenn man sonst nix zu tun hat.

Lücken schließen: John Updike

Einer der amerikanischen Autoren, die mir bislang entgangen waren, fand sich als Mängelexemplar nun auf meinem Nachttisch wieder: John Updike, Gott und die Wilmots. Ein über 700 Seiten dicker Roman, der der Familie Wilmot über mehrere Generationen (und 80 Jahre) folgt. Updikes Augenmerk liegt dabei auf den religiösen Irrungen und Wirrungen der einzelnen Familienmitglieder. Es beginnt mir Clarence Wilmot, der als Prediger seinen Glauben und - mangels Befähigung zum Heucheln - seinen Job verliert, und endet mit dessen Urenkel Clark der als Mitglied einer adventistisch-fundamentalen Kommune im Feuergefecht mit der Bundespolizei umkommt. Ein weiterer roter Faden ist die Filmgeschichte, findet Clarence doch Trost im Kino und seine Enkelin Essie wird Filmstar (konsequent und hart auf dem Weg nach oben, tragisch als Mutter und alternde Diva). Updike stattet seine Charaktere alle mit reichlich Unzulänglichkeiten aus und beschreibt sie und ihre Überlebensstrategien in lange, schönen Sätzen. Dabei bleiben die Wilmots jedeR für sich immer auch irgendwie liebenswert.

Hat jemand einen Tipp, was aus Updike reichlichem Werk noch zu lesen ist?

Überraschende Wende

Im Fieberwahn mal wieder ein recht wahllos vom Wühltisch gezogenes Buch gelesen: Katrin Alvtegen, Der Seitensprung. Was anfängt wie ein konventioneller Frau-wird-betrogen-und-kämpft-um-Mann/Kind/Haus-Roman wird durch den jungen Mann, mit dem die Protagonisten aus Rache an ihrem Mann ins Bett geht, zu einem recht unterhaltsamen Horrortrip. Mit einem wirklich überraschenden Ende.