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Was das wohl gibt: Hamburg Devival 2008

(Disclaimer: Ich bin weder Mitglied der Church of Subgenius noch glücklich über die MyShit-Links.)

Mein Mitbewohner Pope Black und seine Kumpels Crazy White Shuan, Rev. Plastic Mediator, Pope Micky Finn, Pope Perro Rev. Kay Witke the Keeper of Pope Perro, The Pope of Dope, Rev. Inspector Insector, Rev. Blue Rabbit, Rev. Lucky Bastard, Rev. Femme Delux, Rev. Skum, The Right Rev. Rodney Orpheus, Rev. Priest, Pope Circlemaker und dergleichen mehr verkünden:

This Devival has snowballed outta ConTroll and this is proBOBly the biggest EuroVenue we have ever had.

Dear SubGenii,

The count down to Xday Europe 10 has begun. Let us praise the dotted ones name AND SLACK off. Please repost this info everywhere you can please.

Occult Art Exhibition May 2nd-5th
Venue TBA.
Works by:


Hamburg Devival 2008 Sat. May 3rd
Hafenklang Große Elbstr. 84, Entry 21.00

Appearing:


ENOCHIAN MAGICK – EXPERIENTIAL ADVENTURES IN ANGELIC EVOCATION – Sunday May 4th

Lon Milo DuQuette seminar will take place at the Zaubertrank Brennerstraße 20 D - 20099 Hamburg, Sunday May 4th, at 14:00pm. Cost is €30 and it is limited to 30 participants.

This is the description of the seminar:

Enochian Magick is the perhaps the most powerful and elegant system of western magick. It is also one of
the most misunderstood. Developed in the late 1500s by Elizabethan Magus John Dee, this system of communicating with angels in their own language has survived the centuries to become a powerful tool of self-discovery to the 21st century magician. Based on his upcoming book, ENOCHIAN VISION MAGICK, (Weiser, June 2008) this workshop incorporates Dee and Kelley material overlooked by Crowley and the adepts of the Golden Dawn including work involving the Ring, Lamen, Holy Table, Sigillum dei Ameth, and the Table of Nalvage. Come prepared to participate in real Enochian Vision Magick.


Other slacktivities include: Following PopeBlack, Follow Pope Perro, All You Can Eat Sushi
Accubeatings, Head Launchings, Sex Hurt


Ich sach'ma: be prepared, be scared.

Sach' ich doch auch immer: Google ist nicht gut.

Im Interview mit Chilli sagt der von mir auch sonst geschätzte Johannes Grenzfurthner von der Künstlergruppe monochrom:

Google ist eine Supermacht. Google gibt de facto ein Raster vor, wie Information und wie Welt betrachtet wird. Google war wesentlich, was den Aufbau der derzeitigen Informationsgesellschaft betrifft. Vor Google habe ich echt Angst. Das Interessante ist, dass alle Angst vor Google haben, aber es alle benutzen. Du wirst keinen Nerd finden, der nur ein freundliches Wort über Microsoft sagt. Aber bei Google? Da heißt es: „Ja, aber das oder jenes ist schon cool.“ Wenn sogar Nerds keinen vollständigen kritischen Satz mehr zusammenbringen, hat man es geschafft.


Ich kann dazu nur sagen: mein reden! Vielleicht bin ich aber auch kein Geek. Webspace, Mailadressen, Chat und ähnliches gibt es doch auch bei Firmen, die meine Mails nicht zwecks besserer Werbezuführung mitlesen. Ja, es gibt auch andere Suchmaschinen und wenn es doch mal Google sein muss, kann man das unbeschadet via Scroogle tun. Das ist nicht nur anonymisiert sondern auch noch schneller.

Muss nur noch Adblock Plus als Add-On in den Firefox und schon ist auch der ganze Googlewerbemüll aus dem restlichen Internet (und viel anderer Dreck dazu) einfach weg. Außerdem kann man damit das Schnüffelskript von Google-Analytics weghauen (ginge auch mit den Add-Ons NoSript, CustomizeGoogle und dergleichen), damit verfolgt Google inzwischen eure Surfspuren auf über 10 Prozent aller Webseiten. Anonym? Ja, der jeweilige Seitenbetreiber bekommt nur anonyme Statistiken für den Einbau des Skripts. Aber ob Google sich das selber anonymisiert? Wo sie doch schon die Daten aus den Mails haben - aus dem Cookie nebenan? Könnt Ihr gerne glauben. Ich nicht.

Ankunft in 1984

Ein paar Tage hinterher kommt auch das gegenglueck im Jahr 1984 an. Das "neue" Gebrauchtlaptop verschlüsselt. Als nächstes der Desktoprechner. Pläne für einen Umzug der Netzaktivitäten ins Ausland. Immer noch keine Grund für ein Handy.

Was anderes: Pete Green muss man nicht mögen, aber man sollte ihn zumindest preisen für den schönen Song mit dem Titel I Haven't Got a Myspace Because Myspace Fucking Sucks gemacht, den Text gibt es hier. Kann man nicht viel hinzufügen.

Zwischen den Stühlen ...

Ich habe genau heute vor 17(?) Jahren das letzte Mal "Die Zeit" gelesen. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich im Flugzeug nach Zypern sass und mich bei meiner Sitznachbarin entschuldigen musste, als ich vor Wut über das Gelesene in die Tischplatte biss. Ich glaube nicht, dass ich seitdem was vermisst habe. Heute bin ich über das Blog von Geert Lovink versucht gewesen, den Onlineauftritt des Drecksblattes aufzusuchen, aber zum Glück gibt es das Interview auch beim Interviewten selbst.

Vermarktungsdruck für die deutsche Übersetzung von "Zero Comment" (hiermit zur Reiselektüre für Februar erkoren)? Keine Ahnung, ist mir auch egal. Es ist ein Verdienst von Lovink, zwischen den Stühlen zu stehen: zwar sieht und gewisserweise begrüßt er den rasanten Verfall der "alten Medien", aber genauso hat er einen kritischen Blick auf die Blogosphäre. Dafür kassiert er dann schonmal von dort negative Kritiken, wobei diese sich gleich wieder selbst disqualifiziert: Lovink muss man ja nicht kennen, aber der gute Mann ist Jahrgang 1959, was sogar im Zeitartikel steht, und mitnichten zu jung für das Usenet. Seine Biographie und bisherigen Aktivitäten/Texte sprechen auch deutliche andere Worte. Hier schießt sich das "schnelle Blog" dann eher selbst ins Knie ... (wobei ich nicht behaupten würde, die alten Medien würden die längere Reaktionszeit immer für gründliche Recherchen nutzen).

Medientheorie, die nicht kritisch mit allen Medien umgeht, ist nichts wert. Allerdings ist heutzutage mein Interesse an einer Kritik von Printmedien oder klassischem TV zugegebenerweise begrenzt. Um neue Medien, zu denen unter anderem und unausweichlich Blogs zählen, geht es. Wenn diese Medien nur ein unerträgliches Grundrauschen erzeugen, in dem die individuellen Beiträge unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben, und sich daraus ein bunter, aber langweiliger Massenbrei zum Wohle der Großkonzerne ergibt, dann darf man daraus auch Konsequenzen ziehen und sagen: "Das ist Scheiße."

  • Individuelle Homepages sind toll. Aber MySpace ist nichts weiter als die Aufgabe von technischen Freiheiten, die ein Standardblog bietet, zugunsten einer bunten Scheinwelt, in der man eigentlich nix mehr wirklich machen kann. Selbst ein einfacher Homepageselbstbaukasten eines Webproviders gibt mehr her.

  • E-Mail ist großartig. Aber Googlemail ist eine (zugegeben: sehr gute) Software, die aber nur deshalb umsonst zur Verfügung gestellt wird, um User ausschnüffeln zu können. Google ist schon länger nicht mehr gut (moralisch, nicht technisch).

  • Netzwerke sind hilfreich und haben optimalerweise Überschneidungen mit der realen Lebenswelt. Aber sollte man deshalb gegenüber den Datenschnüfflern von StudioVZ, Facebook, Xing und wie sie alle heißen, jegliche Vorbehalte verlieren und sein Privatsphäre aufgeben? Wofür denn?

  • Wissen allgemein verfügbar zu machen und gemeinsam zu vertiefen ist der Hammer. Und Mediawiki ist eine freie und nützliche Software dafür. Aber wenn tatsächlich die Wikipedia am Ende von den Großkonzernen gefickt wird, ist das ein gigantischer Fehlschlag eines großartigen Ansatzes. (Remember: MS/Windows ist das Resultat eines ähnlichen Diebstahls.)



Um all das kritisch zu analysieren, bedarfs es dringend einer kritischen Medien-/Netztheorie, die erstmal vor nichts halt macht. Ein utopistischer Ansatz, Medien zur Emanzipation, Partizipation und Veränderung nutzen zu wollen, mag unpopulär sein, aber das macht ihn noch lange nicht falsch.

(Disclaimer: Hier gibt es keinen Counter und ich schaue mir auch meine Serverstatistiken äußerst selten an.)