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I walk the line ...

Gestern 19.45 im Grindel. Für das Kino spricht zumindest, dass sie den Originalfilm zeigen. Allerdings gab es im Werbblock nur Vorschauen auf grauenerregende Zeichentrick- und Animationsfilme. Da ist mir dann relativ egal, ob im Original oder nicht: das will ich nicht sehen.

Auch wenn man sich damit den Mainstream zu eigen macht: Der Film ist toll. Joaquin Phoenix ist absolut großartig, ein Oskar sei ihm gegönnt, den hat er allein schon für das verdient, was er mit seinen Augen macht. Es ist unglaublich, wie sehr er auf der Bühne (und wohl auch sonst) dem Original Cash ähnelt. Da bleibt die weibliche Hauptrolle fast ein wenig im Schatten, obwohl auch Reese Witherspoon als June Carter ziemlich großartig ist.

Sicher, wenn man so eine Biographie verfilmt (oder zumindest ein Teil davon) und das dann auch noch einigermassen kompatibel zum Massengeschmack sein soll, wird zwangsläufig einiges verkürzt, idealisiert und verändert, aber handelt sich nun mal nicht um eine musikwissenschaftliche oder historische Dokumentation.

Filmseite: www.walkthelinethemovie.com/

Nachschlag zum Dörrie-Film: Bin ich schön

Kommentieren tut hier ja keiner ... aber folgende Frage in der Mailbox inclusive meiner Antwort gehört hier dann schon hin:
> Wieso hat Dir der "Bin ich schön" Film nicht gefallen?

Ist nicht die frage falsch gestellt? Müsste es nicht heißen: Gibt es irgendeinen - auch noch so weit hergeholten - Grund, warum man sich diesen Film angucken sollte?

Dieses Deutsche-Filmstar-Durchgereiche mag ja der ein oder andere unterhaltsam finden, man könnte jemanden wie Ochsenknecht auch noch zugute halten, dass er versucht, schauspielerisch das Beste daraus zu machen. Krol geht auch. Aber Potente: Totalausfall. Und Senta Berger ist noch viel grauenerregender, als sie das gewöhnlich schon ist. Es gibt keine Story,
keine Bedeutung, keine Bilder, kein gar nichts. Nichtmal Musik, an die man sich erinnern könnte.

Man muss Dörrie schon sehr lieben, um sich eine Metaebene von Bedeutung zusammenzuphantasieren. Über dem Niveau adoleszenter Gefühlsduselei wird das aber kaum gelingen. Und auch das auch nur dann, wenn der Steppenwolf oder Lesen überhaupt zu schwierig ist. Naja, angesichts des Alters der ProtagonistInnen ist es vielleicht geriatrische Gefühlsduselei. Was macht das schon für einen Unterschied?

Wenn das Kino von Bedeutung ist, ist Hera Lind wahrscheinlich die Reinkarnation von Arno Schmidt. Tine Wittler ist Walter Gropius und Oliver Pocher ersetzt Theodor W. Adorno.

Tja ...

Wie schon der vielsagende Titel verspricht, sitze ich hier blöd rum und überlege, was mit dieser Seite zu tun ist.

  • Ich könnte Kritiken über die drei Filme schreiben die ich unlängst im Puschenkino gesehen habe ("Shrek2" - besser als erwartet; "Bin ich schön" - der war total Scheiße; "Der kleine dicke Ritter" - meine erste Fernseherinnerung, das ist wirklich in schwarz-weiß, bin ich alt. War aber trotzdem nett.)
  • Ich könnte wegen der letzten gelesen Bücher mosern, die mir nicht oder wenig gefallen haben (Patricia Highsmith, "Der talentierte Mr. Ripley" - einfach nur langweilig; Jonathan Franzen "The 27th City" - irgendwie mir nicht so ganz zugänglich)
  • Ich könnte über die absurden Veranstaltung "Uncle Bens präsentiert das chinesische Neujahrsfest" ablästern, zu der es mich am Wochenende aus einem guten Grund verschlagen hat
  • Oder vielleicht sollte ich einfach die neue Version 2.01 der Blogsoftware installieren.


Aber warum?

Ich trinke mir lieber einen Whiskey und suche mir ein Buch, dass ich mag. Oder schmeiße die Gitarre an. Na, also. Geht doch.

Populärmusik aus Vittula

Leider habe ich das Buch immer noch nicht gelesen, aber der Film sollte Hörensagen nach großartig sein. Gestern im 3001 habe ich mir selbst ein Bild gemacht. Lustig, wirklich lustig. Die Beschreibung einer Jugend im finnisch-schwedischen Polargebiet ist zwar eigentlich deprimierend und oft auch erschreckend brutal, aber der Film bringt das ganze derart komisch rüber, dass einem das Lachen nicht wirklich im Halse stecken bleibt. Sicher kein großes Kino, aber großartige Unterhaltung. Sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Spass soll noch größer sein, wenn man sich an Finnisch mit schwedischem Akzent und Schwedisch mit finnischem Akzent delektieren kann. Mir fehlt da leider die Sprachkenntnis.

Ich möchte jedenfalls weder wieder so jung sein, noch in der Gegend wohnen. Ich bin da vorletztes Jahr rumgeradelt, im ewighellen Sommer ist das sehr schön, aber vor den langen und arschkalten Wintern hätte ich Angst ... ich wäre wohl auch bei den volltrunkenen Aufschneidereien fehl am Platze.

Populärmusik aus Vittula
(Populärmusik fran Vittula)
O.m.U.; Schweden 2004; Regie & Buch: Reza Bagher, nach dem Buch von Mikel Niemi; mit Tommy Vallikari, Andreas af Enehjelm, Kati Outinen; 100 Min.
Vittula in den 60er Jahren, eine kleine, abgelegene Stadt jenseits des Polarkreises im Niemandsland zwischen Schweden und Finnland. Langsam hält der Fortschritt Einzug, doch die rauhen Sitten der ebenso schweigsamen wie trinkfesten Bewohner scheinen sich nicht zu ändern. Matti und Niila, verschworene Freunde von Kindesbeinen an, träumen davon, der alkoholseligen Enge ihrer Heimatstadt zu entkommen. Mit dem neuen Lehrer aus Südschweden kommt endlich auch die Rockmusik nach Vittula. Matti und Niila wittern ihre Chance... Lustig, ergreifend, dramatisch, komisch, „eine wilde und zärtliche Mischung aus Kaurismäki, Kusturica und Michel aus Lönneberga: Reza Baghers Filmadaption des Bestsellers von Mikael Niemi avancierte in Schweden zum erfolgreichsten Film des Jahres 2004.“ (Verleih)